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Vortrag: Wie die Reformation nach Husum kam | Albert Panten

Informationen

Albert Panten, Historiker aus Niebüll, spricht auf Einladung von Volker Articus, Vorsitzender der „Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte“, am Donnerstag, dem 12. Oktober 2017, um 19.30 Uhr in der Husumer St. Marienkirche über den Reformationsbeginn vor 500 Jahren und seine Verbreitung. Zu diesem Vortrag wird herzlich eingeladen.

Vortrag:

Die kirchliche Erneuerungsbewegung Mitte des 16. Jahrhunderts, die heute als „Reformation“ bezeichnet wird, nahm durch Martin Luther (* 10.11.1483, † 18.2.1546) mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche in Wittenberg ihren Anfang. Anlass war der auch in Reihen der Geistlichkeit wenig vorbildhafte Lebenswandel, die Käuflichkeit kirchlicher Ämter und der Ablasshandel.

Durch Luthers Wirken und seine ständige Berufung auf die Bibel auch auf dem Reichstag zu Worms 1521, wo er den Widerruf seiner Lehren vor Kaiser Karl ablehnte, es sei denn, er werde durch die Heilige Schrift eines Besseren belehrt, wurde das allgemeine Interesse an der Bibel geweckt. Während seines anschließenden Zwangsaufenthalts auf der Wartburg bei Eisenach übersetzte Luther 1522 das Neue Testament in nur drei Monaten in die Sprache des Volkes. Die Übersetzung des Alten Testaments dauerte 13 Jahre. 1534 erschien die erste komplette Lutherbibel.

Entscheidend für die schnelle Verbreitung von Schriften, Ablassbriefen und der Bibel war die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und der Druckerpresse um 1450 durch Johannes Gutenberg in Mainz. Das Geburtsjahr des wohl ersten reformatorischen Predigers in Husum, Hermann Tast, wird mit 1490/91 angenommen, da Tast im 61. Lebensjahr am 11. Mai 1551 starb. Sein Studium der Theologie an der Wittenberger Universität ist mit der Eintragung im Matrikelverzeichnis: „1. Mai 1511 - 18. Okt. 1511 H. Tast de Hussen, Slesvicensis diocesis“ belegt. Hermann Tast war Schüler Luthers, kehrte nach Beendigung des Studiums als Vikar nach Husum zurück und predigte ab 1514 in der Marienkirche.

Nach intensiver Beschäftigung mit Luthers Schriften begann Tast 1522 mit der Verkündigung im Sinne Luthers, was ein Predigtverbot in der Kirche zur Folge hatte. Tast fand Unterstützung bei Matthias Knutzen, der sein Haus für Predigten zur Verfügung stellte. Da der Zuhörerkreis größer wurde, verlegte Tast seine Predigten auf den Kirchhof, der die Marienkirche umschloss. Ob Tast wirklich, wie angenommen, erster Prediger im Sinne Luthers in Husum war, ist nicht sicher, denn mit ihm oder vielleicht schon vor ihm haben Theodoricus Pistorius (Becker) und Franz Hamer die neue Lehre hier verbreitet. Wir werden es sicher von Albert Panten erfahren.

Ab 1527 wandelte sich durch Förderung Herzog Friedrichs die Lage von Hermann Tast, so dass er sein reformatorisches Bekenntnis in der Marienkirche verkünden und mit weiteren Geistlichen die Herzogtümer Schleswig und Holstein kirchlich reformieren konnte. Ein Vergleich mit den katholischen Priestern sah vor, dass sie ihre Einkünfte behielten, auf das Recht der Predigt aber verzichten mussten.

(Text: Hanswerner Röhr)

http://www.husumer-stadtgeschichte.de

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