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Pictorialistische Fotografien & Abstraktionen - Foto-Ausstellung

Informationen

Die Husumer "Galerie im Weinkomptor" zeigt unter dem Titel „Pictorialistische Fotografien & Abstraktionen“ neue Werke von Helga Martens und Christian Jürgensen.

Der Pictorialismus war eine beliebte Foto-Stilrichtung unter Künstlern des späten 19. Jahrhunderts. Und er war es auch, der die Kamera als Werkzeug in der Kunst etablierte.

Die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei sind seit jeher fließend. Bereits frühe Lichtbildner orientierten sich in Bildaufbau oder Motivwahl am klassischen Vorbild großer Maler.

Die Protagonisten des Pictorialismus orientierten sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg bildnerisch oder zumindest technisch-stilistisch am Naturalismus, am Impressionismus und am Symbolismus.

Von Künstlern in Collagen eingesetzte, übermalte, beschriftete oder anders verfremdete Fotos sind seit Jahrzehnten selbstverständliche künstlerische Ausdrucksmittel. Ein Hauptmerkmal der pictorialistischen Fotografie ist es, mit fotografischen Mitteln, eine einem Gemälde ähnliche Bildwirkung zu erzeugen.

So arbeitet auch seit einigen Jahren die Tönninger Fotografin Helga Martens und lässt somit Teile einer lange verschollen geglaubten Technik wieder auferstehen. In den Zeiten der Digitalisierung benutzt sie nicht nur spezielle Bildbearbeitungsprogramme, sondern auch Pinsel und Acrylfarben. Die so geschaffenen Bilder lassen kaum erahnen, dass im Ursprung ein normales Foto die Basis bildet. Auf ihren Reisen und auf den Streifzügen in der Natur findet sie die Motive für ihre Arbeiten. So entstehen Ansichten, die häufig fast surreale Züge aufweisen und den Blick des Betrachters mehr als einmal auf den Bildern verweilen lässt.

Christian Jürgensen münzt den Begriff der „Abstraktion“, der ursprünglich der bildenden Kunst zugesprochen wurde, in seinen Bildbearbeitungen fotografisch um. Hierbei wird aus einem Foto nur ein Detail abgebildet und so bearbeitet, das Form, Farbe und Merkmale, desgleichen auch die Perspektive, verändert und teilweise völlig aufgegeben wird. Es wird also vom Allgemeinen auf das Wesentliche abstrahiert. Dabei bestimmt der Künstler, aber auch die Wahrnehmung des Betrachters, was als wesentlich gilt. Der Betrachter jedoch muss seine individuelle Fähigkeit zur Abstraktion zunehmend erweitern, um die vom Künstler gemachten Veränderungen noch nachvollziehen zu können.

Oftmals lassen sich Fotografen dazu verleiten, alles in ihren Bildern zu zeigen, was wahrgenommen wird. Konzentration auf das Wesentliche allerdings bedeutet in der konsequentesten Form Minimalismus, also die Reduktion auf die Essenz eines Bildes bis hin zur Abstraktion. Die Strömungen in der abstrakten Kunst erfordern beim Betrachter Wahrnehmungs- und Interpretationsfähigkeit, um das „Wesentliche“ in der Reduzierung der dargestellten Abbildungen zu erkennen und zu verstehen.

Laufzeit: 27.04.2019 – 20.06.2019

Öffnungszeiten: Do und Fr: 15-18 Uhr und nach Vereinbarung (Tel. 04841 82048).

http://www.weinkomptor.de/galerie

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