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Konzert: Probsteikantatenchor Tönning

So 23. September 2018 18.00 Uhr

Informationen

Der Waliser Karl Jenkins (geb. 1945) hat sein „Stabat mater“ im Jahre 2008 komponiert. Er geht viele neue Wege, sowohl was den Text als auch die Musik angeht. Der Text meditiert über das Leiden Marias, der Mutter Jesu Christi, während seiner Kreuzigung. Die Dichtung aus dem 13. Jahrhundert wird Jacopone da Todi zugeschrieben. Der Titel ist die verkürzte erste Zeile, „Stabat mater dolorosa“ (die traurige Mutter stand). Neben Karl Jenkins haben Komponisten wie Haydn, Dvorák, Vivaldi, Pergolesi, Rossini, Verdi und viele andere das mittelalterliche Gedicht vertont.

Jenkins' Musik ist genreübergreifend. Passagen aus Soundtracks für Werbefilme finden sich in „seriösen“ Werken wieder, die Kompositionen sind in den Bestenlisten von Pop und Klassik zu finden. Sie sind rhythmisch und melodisch eingängig und unmittelbar berührend, überraschen uns dann aber auch immer wieder mit unerwarteten Wendungen. Dabei verbindet Jenkins Gewohntes mit ethnisch geprägten Einschüben, versetzt den Hörer ins Israel des Neuen Testamentes, in den Irak des weit vorchristlichen Gilgamesch-Epos. Und hält uns doch immer auch in der unmittelbaren Gegenwart, evoziert Bilder zum Hören, führt Kulturen zusammen und sorgt für Annäherung. Die verschiedenen Textsprachen: Englisch als gegenwärtige lingua franca, Aramäisch als die Sprache Jesu, Griechisch und Lateinisch als antike Weltsprachen bilden dazu den Hintergrund. Die Besetzung des Stabat Mater enthält neben der großen klassischen Orchesterbesetzung antike Instrumente aus dem Nahen Osten / Heiligen Land: Perkussionsinstrumente wie das Darabuca, Def, Doholla und Riq; das Doppelrohrblatt-Holzblasinstrument Mey; und, neben der westlichen Harmonie, Skalen oder Modi (Maqams) wie Hijaz und Bayati.

Im ersten Teil des Konzertes erklingt neben dem Concerto grosso „Palladio“ von Karl Jenkins Chormusik des aus Norwegen stammenden Komponisten Ola Gjeilo (geb. 1978). „Ave generosa“ und „The Rose“ sind ein Lobpreis auf die Mutter Gottes. „The Ground“ entstammt seiner Sunrise Mass.

Der Propsteikantatenchor wurde von Kirchenmusiker Kurt Rienecker 1931 bei Amtsantritt in Tönning mit dem Ziel gegründet, Chorsängern in der Region Eiderstedt die Möglichkeit zu geben anspruchsvolle Chorwerke der Kirchenmusik zu proben und zur Aufführung zu bringen. Die Arbeit wurde u.a. von Heinz Bernhardt und Günter Beutling weitergeführt. In den letzten 87 Jahren hat der Chor mit seinen 80 Sängerinnen und Sängern in Zeitabständen von ein bis zwei Jahren diese Aufgabe wahrgenommen. Das Einzugsgebiet reicht von Leck bis Hamburg und Lübeck. Wie in seiner Zeit als Auswahlchor der Eiderstedter Kantoreien probt der Propsteikantatenchor Eiderstedt auch jetzt noch etwa einmal im Monat.

Der Chor hat mit seinem Leiter Kreiskantor Christian Hoffmann (seit 1995) ein breit gefächertes Programm erarbeitet. Werke von Monterverdi (*1567) bis Ola Gjeilo wurden aufgeführt. Dabei wird Alte Musik immer mit entsprechenden Instrumenten und in alter Stimmung aufgeführt. Mit der Capella Laurentii hat sich ein lockerer Kreis von Spezialisten gefunden, sie kommen gern und immer wieder, die meisten aus der hannoveraner Gegend. Moderne Werke werden üblicherweise mit Hamburger Musikern besetzt.

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