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Ausstellungseröffnung: Kinder vom Bullenhuser Damm

Informationen

Anlässlich des Gedenkstags an die Opfer des Nationalsozialismus eröffnet der Kreis Nordfriesland im Foyer des Kreishauses die Ausstellung „Kinder vom Bullenhuser Damm - Antisemitismus in der NS-Zeit | Wann fängt Diskriminierung an?"

Programm der Ausstellungseröffnung

17:30 Uhr: Andacht mit Bischöfin i. R. Maria Jepsen

18.00 Uhr: Ausstellungseröffnung
Begrüßung Florian Lorenzen, Landrat des Kreises Nordfriesland
Einführung in die Ausstellung: Tom Andrasch, Vorstand Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.

Musikalische Umrahmung:
Andacht: Posaunenchor Husum

Eröffnung: »Saitenspringer« der Kreismusikschule Nordfriesland, Leitung: Renate Burk-Färber

Die Ausstellung ist zu sehen vom 28.01.- 21.02.2020 zu den Öffnungszeiten des Kreishauses:
Mo bis Do. 8.00 – 16.00 Uhr und Fr. 8.00 – 12.00 Uhr.

Zur Ausstellung:

Die Wanderausstellung erzählt die Geschichte der 20 Kinder im Alter von 5-12 Jahren, die von November 1944 bis April 1945 im Konzentrationslager Neuengamme für medizinische Experimente missbraucht wurden. Zur Vertuschung der Versuche wurden die 10 Mädchen und 10 Jungen kurz vor Kriegsende in die als KZ-Außenlager genutzte Schule am Bullenhuser Damm gebracht und im April 1945 in den dortigen Kellerräumen von der SS ermordet.
Nachdem die Geschichte in Hamburg fast in Vergessenheit geraten war, machte der Journalist Günther Schwarberg sie 1979 durch eine Artikelserie im Magazin STERN sowie mehreren Publikationen einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Durch aufwendige Recherche fand Günther Angehörige der ermordeten Kinder, mit denen er die
Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm gründete sowie 1980 die Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Bis 1999 wurde die Gedenkstätte privat von der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm geführt. Die Vereinigung organisiert seit 1979 die jährliche Gedenkfeier am 20. April und hält den Kontakt zu den Angehörigen weltweit. Bislang waren die Lebensgeschichten von 18 Kindern bekannt oder zumindest ihre Nachnamen. Im Jahr 2015, 70 Jahre nach der Ermordung und dem Ende des 2. Weltkrieges, konnte auch der 12jährige Junge Walter Jungleib identifiziert werden. Seine Schwester Grete Hamburg überlebte als Jugendliche den Holocaust und lebt heute nahe Tel Aviv. 2016 ist sie zum ersten Mal nach Deutschland gereist und hat die Gedenkfeier und den Todesort ihres Bruders besucht. Im April 2015 kamen zum 70. Jahrestag des Kindermordes über 50 Jugendliche aus fünf europäischen Ländern in Hamburg zusammen, um sich mit der Geschichte der Kinder vom Bullenhuser Damm und deren Folgen auseinanderzusetzen. Die Schüler aus Polen, Italien, Frankreich, den Niederlanden (die Länder, aus denen die 20 Kinder kamen) und
Deutschland recherchierten zuerst in ihren Heimatländern: Sie gingen auf Entdeckungstour in ihren Städten, interviewten Angehörige und besuchten Archive. Wer waren die Kinder, wird an sie gedacht, wie sieht es mit der Erinnerungskultur in meiner Stadt aus? Neben der historischen Geschichte erzählt die Ausstellung von der jährlichen
Gedenkfeier, von dem Jugendprojekt, den Gedanken der Jugendlichen zu dem Thema und endet im heute: Wann fängt Diskriminierung an?
Die Ausstellung zeigt auch die Familien der Angehörigen der Kinder heute, die in den USA, Kanada, Israel, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Hamburg leben.

Die Wanderausstellung Kinder vom Bullenhuser Damm wurde bei dem bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ als besonders vorbildlich ausgezeichnet.

Beachten Sie bitte auch die weiteren Veranstaltungen anlässlich des Gedenktages im Kreisgebiet Nordfriesland:

in Husum • Kino-Center-Husum
28.01.2020, 19.30 Uhr: Film »Nebel im August«. Filmklub Husum

in Ladelund • Gedenkstätte:
27.01.2020, 19.00 Uhr: Gedenken. Im Anschluss: Vortrag »Dimensionen der Mittäterschaft - Die europäische Kollaboration mit dem Dritten Reich«, Klaus Kellermann, Aussprache und Diskussion

in Schwesing
26.01.2020: ev. luth. Kirche zu Schwesing
10.00 Uhr: Gottesdienst mit Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus,Pastor Kaphengst
27.01.2020, KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing
15.00 – 17.00 Uhr
Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Lichter-gegen-Dunkelheit“ wird die Gedenkstätte beleuchtet. Unterstützt wird der Kreis Nordfriesland dabei von der 1./FlaRakGrp 26 der Bundeswehr in Husum, die eine langjährige Patenschaft mit der Gedenkstätte pflegt. Während der Illumination sind die Gedenkstätte und das Haus der Gegenwart geöffnet.

in Friedrichstadt
27.01.2020
16.00 Uhr Kranzniederlegung auf dem jüdischen Friedhof Treenefeld
20:00 Uhr: Filmvorführung »Das Tagebuch der Anne Frank«, Spielfilm von Hans Steinbichler aus dem Jahr 2016 in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge

Mehr Infos zur KZ Gedenkstätte Husum-Schwesing

https://www.nordfriesland.de/Kultur-Bildung/Kulturarbeit-des-Kreises/KZ-Gedenkst%C3%A4tte-Husum-Schwesing/Gedenktag-an-die-Opfer-des-Nationalsozialismus

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