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Ausstellung: Rüdiger H. Breitbart - Schizophrenie & Kunst

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Informationen

Im Schloss vor Husum werden Werke von Rüdiger H. Breitbart (1941-2002) gezeigt.

Der Zusammenhang zwischen “Geisteskrankheiten und Genialität” wird schon in der Antike von Philosophen wie Platon und Demokrit immer wieder hervorgehoben.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts beschäftigten sich auch vermehrt Psychiater mit der künstlerischen Ausdruckskraft von Psychiatrieinsassen. Vor allem Walter Morgenthaler und Hans Prinzhorn hatten mit ihren Veröffentlichungen „Ein Geisteskranker als
Künstler“ und „Bildnerei der Geisteskranken“ Anfang der 1920er Jahre gesellschaftlich verändernden Einfluss. Werke von Menschen mit psychischen Erkrankungen inspirierten als „Außenseiterkunst“
aufgrund ihrer ursprünglichen, von akademischen Zwängen befreiten Ausdruckskraft Künstler, wie Paul Klee, Oskar Schlemmer und Pablo Picasso.

Parallel dazu veränderte sich der gesellschaftliche Umgang mit psychisch erkrankten Menschen. Bis zur Psychiatriereform in der Bundesrepublik Deutschland 1971 – 1975, wurden sie außerhalb
der Ballungszentren und getrennt von den Krankenhäusern aller übrigen medizinischen Disziplinen interniert. Heute ermöglichen vertiefte wissenschaftliche Erkenntnisse neue Therapieformen und die
Entwicklung potenter Psychopharmaka vielen Betroffenen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Rüdiger H. Breitbart
Die Schulzeit verbrachte Rüdiger H. Breitbart in Delmenhorst, wo er 1961 sein Abitur absolvierte. Es folgte der Dienst bei der Marine, bevor er 1962 begann in Mainz und Kiel/Lübeck Medizin zu studieren. Seine dermatologische Facharztausbildung konnte er aufgrund seiner
Schizophrenie-Erkrankung nicht beenden.

Die Behandlung der Schizophrenie von Rüdiger H. Breitbart fand nur sporadisch, vornehmlich ambulant, selten stationär statt. Die ersten
Zeichen der Schizophrenie-Erkrankung zeigten sich schon im 16. und 17. Lebensjahr. Zu dieser Zeit beginnt auch seine schöpferische
Kreativität. Im Gegensatz zu den künstlerischen Arbeiten von jahrzehntelangen Psychiatrieinsassen, handelt es sich bei der Kunst Rüdiger H. Breitbarts um spontane Arbeiten in der Zeitspanne von 1956/1957 bis ca. 1975. Seine Familie spricht von regelrechten „Malattacken“, nach denen er oft entspannter wirkte. Im Vollbild
seiner Schizophrenie-Erkrankung stellte er die Malerei ein.

Seine Werke nehmen den Betrachter mit an den Rand der bizarren Lebenswelt Schizophrener. Der Betrachter bekommt eine Ahnung von der Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz, er spürt das verzweifelte Ringen des Erkrankten, sein verlorenes Selbst und seine alte Ordnung wiederzufinden.

Laufzeit: 3. März bis 9. Juni 2019

Öffnungszeiten "Schloss vor Husum": täglich außer montags von 11.00 bis 17.00 Uhr (Sonderöffnungszeiten nach Vorankündigung)

Die Ausstellungen im Schloss vor Husum werden von der Nord-Ostsee-Sparkasse unterstützt.

http://www.museumsverbund-nordfriesland.de

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