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Ferdinand Tönnies - der Begründer der Soziologie

Ferdinand Tönnies- Begründer der Soziologie
Ferdinand Tönnies (1855 - 1936) - Bild: Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft e.V., Kiel

Ferdinand Tönnies ist der Begründer der Soziologie als Einzelwissenschaft in Deutschland. Die Soziologie erforscht das soziale (socius = gemeinsam) Zusammenleben der Menschen in Gemeinschaft (z. B. Familie, Dorf) und Gesellschaft (z.B. Staat).

Am 26. Juli 1855 wurde der Großbauernsohn auf dem Haubarg „De Riep“ bei Oldenswort (Eiderstedt) geboren. Bereits 1864 erwarb der Vater August Tönnies das „Kavaliershaus“ beim Husumer Schloss und Ferdinand Tönnies besuchte (wie zuvor z. B. auch Theodor Storm, mit dem Tönnies bis zum Tode Storms 1888 in unverbrüchlicher Freundschaft verbunden war) die „Husumer Gelehrtenschule“ (ab 1914 „Hermann-Tast- Schule“ und heute „Genießer Hotel Altes Gymnasium“).

Tönnies, der 1872 als Sechzehnjähriger ein glänzendes Abitur machte, studierte in Jena, Leipzig, Bonn, Berlin und Tübingen u. a. Philologie, Philosophie und Nationalökonomie. 1877 wurde Tönnies in Tübingen mit einer in lateinischer Sprache abgefassten Doktorarbeit über den „Gott Ammon“ promoviert und machte wenig später zum ersten Mal durch seine Entdeckung von verschollen geglaubten Schriften des Staatsphilosophen Thomas Hobbes (1588-1679) bei Recherchearbeiten im „British-Museum“ in London von sich Reden (heute gilt Tönnies auch als „Klassiker“ der „Hobbes-Forschung“).

Nach seiner Habilitation (Nachweis der Lehrbefähigung) 1881 an der Christan-Albrechts- Universität zu Kiel mit Schriften über „Thomas Hobbes“ lehrte Tönnies als Privatdozent an der Kieler Universität und setzte zu seinem Hauptwerk „Gemeinschaft und Gesellschaft“ an, dass er 1887 veröffentlichte und damit die deutsche Soziologie aus der Taufe hob.

Ferdinand Tönnies, der ein kritischer Geist aber kein „Parteigänger“ war, tat sich sehr schwer mit der wilhelminischen Kultusbehörde. Insbesondere die Solidarisierung mit den Arbeitern beim „Großen Hafenarbeiterstreik“ 1896/97 in Hamburg und seine Mitgliedschaft in der staatskritischen „Gesellschaft für Ethische Kultur“ führten dazu, dass Tönnies erst 1913 mit 58 Jahren „ordentlicher Professor“ wurde. Ferdinand Tönnies, der zwischen 1875 und 1936 mehr als tausend Zeitungsartikel, Zeitschriftenbeiträge und Bücher veröffentlichte, war seit 1894 mit der Pächterstochter Marie Sieck verheiratet und hatte fünf Kinder mit ihr.

Mit Hitlers Machtantritt 1933 wurde Ferdinand Tönnies, der schon früh vor dem Nationalsozialismus gewarnt hatte, ohne Bezüge aus dem universitären Dienst entlassen und hatte faktisch ein Schreibverbot. Am 9. April 1936 ist Ferdinand Tönnies in Kiel verarmt, aber ungebrochen gestorben. Dort, auf dem Eichhof, liegt er mit seiner Frau unter einem gemeinsamen Stein.

Am Eingang zum Schlosspark - rechts vor dem Torbogen - findet man in Husum, das Ferdinand-Tönnies Denkmal. Das Denkmal wurde anläßlich seines 150. Geburtstags im Jahr 2005 in der König-Friedrich V-Allee enthüllt und im Frühjahr 2013 im Schlosspark, nahe dem Theodor-Storm-Denkmal, platziert. In Husum ist die Ferdinand-Tönnies-Schule nach dem großen Soziologen benannt.

Mehr Informationen über Ferdinand Tönnies:  Ferdinand Tönnies-Gesellschaft e.V., Kiel.

Literatur: Uwe Carstens: "Ferdinand Tönnies. Friese und Weltbürger. Eine Biographie". Bredstedt, 2013


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